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MOOC – Gedanken eines Studenten

Einleitung

Rico Magnucki

Rico Magnucki

21st Century Digital Boy und Blog-Gründer. Studiert naturwissenschaftliche Informatik in Bielefeld. Auf dem Blog ist er der Ansprechpartner für LaTeX, schreibt Tutorials, dreht die Videos für YouTube und durchforstet das Internetz nach spannenden Dingen.


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Internet

MOOC – Gedanken eines Studenten

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MOOC ist ein Begriff, der seit einiger Zeit immer wieder in den Vordergrund tritt. Die Abkürzung steht für Massive Open Online Course, was in etwa einem Onlinekurs mit unbegrenzter Teilnehmerzahl gleich kommt. Als technik- und internetaffiner Mensch beobachte ich solche Themen einerseits mit großem Interesse, als Student frage ich mich jedoch auf der anderen Seite, ob in Zeiten, in denen das Internet der größte Feind des Lernenden ist, ein stärkerer Fokus auf solche Kurse nicht hinderlich ist. Bei TED.com stolperte ich vor kurzem über den Beitrag, den ihr oben sehen könnt. Dieser veranlasste mich, hier meine Gedanken dazu aufzuschreiben.reddit, Twitter und viele andere »soziale« Plattformen drängen sich in den Vordergrund und locken mit seichter Unterhaltung.

Bachelor of Procrastination

Das Internet ist der größte Feind des Lernenden? Ja, das ist es. Ein Freund von mir fasste es mit dem Titel, »Bachelor of Procrastination« zusammen. Er hat recht, Smartphone, Tablet, Laptop und Konsorten auf dem Tisch, ist es für den Dozenten nicht immer einfach, die Studierenden zu motivieren, ihm zuzuhören. Die Geräte auf dem Tisch zu haben ist ja nicht unbedingt schlecht, sie können schließlich auch zum Ansehen der Folien verwendet werden, mögen jetzt einige sagen. Stimmt. Werden sie aber nicht. Facebook, 9gag,
Anant Agarwal hat Recht, wenn er bemängelt, dass sich das Bildungssystem seit vielen Jahrzehnten nicht viel weiterentwickelt hat und er hat auch recht damit, dass Jugendliche mit Technik zu begeistern sind. Was meiner Meinung jedoch der falsche Weg ist, ist die komplette »computerfizierung« des Klassenraums. Das durch MOOCs kostenlose Kurse angeboten werden, die von Menschen auf der ganzen Welt absolviert werden können, ist großartig, aber das Lernen anderswo als zuhause ist ebenso motivierend, wie kostenpflichtige Bildung. Zuhause findet man ständig Dinge, die man noch tun könnte. Dinge, die gerade jetzt wichtiger und spannender sind, als ein Onlinekurs. Das soll nicht heißen, dass in es in der Uni zwangsläufig besser läuft, auch da kann sich gut abgelenkt werden, sitze ich aber im Hörsaal werde ich wohl kauf auf die Idee kommen, mal eben die Küche zu putzen, weil das spanneder sein könnte. Mir persönlich ist es auch lieber, wenn jemand vorne steht und vorträgt, als mir stundenlang durchdesignte Videos auszusehen. Das mag aus dem Mund von jemanden, der Videotutorials macht, komisch klingen, aber soziale Interaktionen sind mir durchaus lieber als Massenchats und unendliche E-Mail Konversationen.

Meiner Meinung nach versucht das MOOC Prinzip einen zu großen Schritt nach vorne. Bevor wir einen Marathon antreten, sollten wir uns zunächst unserer Lauftechnik widmen und uns überlegen, wie wir die aktuell vorhandenen Möglichkeiten besser Nutzen. Man merkt noch viel zu oft, dass viele der Dozenten heutzutage mit der Lehre nichts am Hut haben. Warum nicht erstmal das vorhandene Personal pädagogisch schulen, bevor man sie versucht vollständig zu ersetzten?

Rico Magnucki

Rico Magnucki

http://magnucki.de

21st Century Digital Boy und Blog-Gründer. Studiert naturwissenschaftliche Informatik in Bielefeld. Auf dem Blog ist er der Ansprechpartner für LaTeX, schreibt Tutorials, dreht die Videos für YouTube und durchforstet das Internetz nach spannenden Dingen.

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