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Vorbestellen lohnt sich nicht, my Darling

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Vorbestellen lohnt sich nicht, my Darling

Einleitung

Im 21. Jahrhundert scheint das Vorbestellen ein Volkssport zu sein. Kaum ein Produkt, das nicht ohne Hype auf den Markt kommt. Dabei ist es im Grunde völlig egal, ob es sich um ein Spiel für PC oder Console oder ein teures technisches Gerät handelt.

Bezahlte Beta-Tests

In der Computer-Spiel-Branche ist es momentan wohl Usus, Spiele im Beta-Stadium zu veröffentlichen und diese für den vollen Preis anzubieten. Dazu gibt es meistens den ersten Downloadable Content (DLC) gratis dazu. Immerhin, schließlich wird das Spiel damit erst richtig spielbar. Gerade bei Online Spielen wird es dann so geregelt, dass die DLCs notwendig sind, um weiter zusammenzuspielen. Bei Preisen zwischen 15 € und 30 € wird das ein ziemlich teures Vergnügen. Das Grundspiel mit 5 bis 8 DLCs kostet dann schnell 200 € und mehr. Prinzipiell habe ich absolut kein Problem damit, für ein ordentliches Spiel (mehr) Geld auszugeben – wenn ich allerdings sehe, was die Spiele kosten vergeht mir die Lust. Nach einem Jahr bekomme ich viele der Spiele im Bundle für einen erschwinglichen Preis.  So bekomme ich das Grundspiel inklusive der meisten DLC für circa 20 € – 30 €. Dafür eben nicht sofort, sondern muss ein gutes Jahr darauf warten. Als Vorbesteller werden mir exclusive Vorteile versprochen. Diese bekomme ich aber meistens für einen kleinen Obolus auch noch im nachhinein. Damit hat sich die ganze Vorbestellungsgeschichte für mich erledigt.

Schlecht getestete Hardware

Das beste Beispiel für (angeblich) schlecht getestete Hardware ist wohl das neue iPhone 6 Plus. Die meisten werden wohl mitbekommen haben, worum es sich bei dem #bentgate handelt. Das 5,5 Zoll große Telefon schein ziemlich leicht zu verbiegen. Des Weiteren ging da einiges mit den Updates für iOS 8 schief. So wurde aus dem teuren Telefon im Handumdrehen ein MP3 Player. Auch wenn Apple momentan das Paradebeispiel ist, geht es doch anderen Firmen nicht anders. Meistens ist es sehr von Vorteil, die erste Version abzuwarten, und erst mit Version 2 des Geräts abzuwarten. Erfahrungsgemäß sind bei dieser die gröbsten Fehler behoben. Für die zweite Version muss man in der Regel auch bei Weitem nicht so lange anstehen wie beim Release.

Wo wir übrigens gerade bei Apple waren fällt mir ein, dass bisweilen die S Geräte der iPhone Serie die Markteinführung scheinbar wesentlich zwischenfallsloser überstanden haben.

Ein allgemeines Problem?

Der Kunde wird jedoch nicht nur bei beim Soft- und Hardware als Betatester misbraucht. Wie mir berichtet wurde, ist dies wohl auch in der Automobilbranche gang und gäbe. Da werden nagelneue Getriebe eingebaut, die innerhalb von kürzester Zeit wohl mehrfach ausgewechselt werden mussten.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Oft sind es die kleinen StartUps, die fertige Software abliefern. Diese haben bei weitem nicht die Kundenbasis, auf die die großen Herausgeber bauen können. Auch von der »Es ist ein Spiel von XYZ – es muss schon gut sein« Mentalität profitieren sie nicht – zum Glück.  Es gibt aber auch Spielefirmen, die auf Qualität setzten. Bei Blizzard Entertainment wurde ich z.B. noch nie enttäuscht – auch wenn Diablo III anfangs nicht recht warm wurde. Das ist natürlich nur ein Beispiel. Es gibt noch viele andere Firmen und Hersteller, die ordentliche Geräte und Software ausliefern.

Für mich steht jedenfalls fest: Wer ein bisschen warten kann, der spart bares Geld und wird nebenbei noch mit vollständigen Spielen und getesteter Hardware belohnt. In diesem Sinne: Vorbestellen lohnt sich nicht, my Darling.

Photo Credit: Jeff Bowman Flickr 

Rico Magnucki

Rico Magnucki

http://magnucki.de

21st Century Digital Boy und Blog-Gründer. Studiert naturwissenschaftliche Informatik in Bielefeld. Auf dem Blog ist er der Ansprechpartner für LaTeX, schreibt Tutorials, dreht die Videos für YouTube und durchforstet das Internetz nach spannenden Dingen.

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