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Roccat Kone XTD – Die Mighty Mouse?

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Roccat Kone XTD – Die Mighty Mouse?

Einleitung

Dank moderner Betriebssysteme und deren ausgeklügelten grafischen Oberflächen, ist die Maus unser Hauptnavigationsgerät am Computer. Längst handelt es sich dabei nicht mehr um ein kleines Gerät mit zwei Tasten und einer Kugel unten drunter. Lasertechnik und ergonomisch, futuristisches Design haben die einfachen, mechanischen Schachteln abgelöst.  Mit der Kone XTD hat Roccat ein Schlachtschiff auf den Markt gebracht, dass seines Gleichen sucht.

Look & Feel

Im Lieferumfang der Roccat Kone XTD ist lediglich die Maus, eine Kurzanleitung und vier 5g Gewichte in einer kleinen Box enthalten. Mein erster Eindruck lässt sich schlicht mit »WOW« zusammenfassen. Die Verarbeitung ist tadellos. Die Maus ist schwer und liegt sehr gut in der Hand. Die beiden Daumentasten sind ein bisschen höher angeordnet, als bei meiner  Gaming Maus von Logitech. Nach ein bisschen Gewöhnung trifft man diese aber problemlos. Neben den Haupt- und Daumentasten verfügt die Roccat Kone XTD noch über vier weitere Tasten und ein Vier-Wege Mausrad. Das 1,8 m lange Kabel ist mit Stoff ummantelt und wirkt auch sehr hochwertig und verrutscht nicht im Maus Bungee.

Ein Hingucker sind zweifelsohne die beiden seitlichen 4-Farb-LED Streifen, die mit Hilfe des Treibers zum Leben erweckt werden können. In wie weit diese sinnvoll sind bleibt allerdings offen, werden sie doch einen Großteil der Zeit von der Hand bedeckt. Auf dem Rücken der Maus befindet sich das Roccat-Logo, welches jedoch auch eher von der Hand verdeckt und wenig störend ist.

Funktionsumfang

Die Roccat Kone XTD punktet mit vielen Buttons und Funktionen. Viele davon sinnvoll und praktisch – einige eher fragwürdig. In die Unterseite der Maus können bis zu vier 5 g Gewichte platziert werden. Damit lässt sich das Gesamtgewicht der Maus und somit das Handling individuell anpassen. Ich persönlich verwende alle vier Gewichte, da ich der Meinung bin, dass sich eine schwere Maus präziser Bewegen lässt als eine leichte. Die Präzision ist natürlich auch eine Frage der DPI. Die Roccat Kone XTD verfügt über eine Auflösung von sage und schreibe 8200 DPI, welche über Lasertechnik realisiert wird. Über den Sinn und Zweck dieser feinen Auflösung lässt sich streiten, präferieren doch viele Spieler Auflösungen zwischen 800 und 1600 DPI, um ein angemessenes Verhältnis von tatsächlichem zu virtuellem Weg zu erzielen und damit eine vertretbare Genauigkeit beim Zielen oder Befehligen von Einheiten.

Die ohnehin vielen Optionen, werden durch ROCCAT™ Easy-Shift[+]™ noch erweitert. Diese Funktion erlaubt es dem Nutzer, Tasten doppelt zu belegen. Der interne 32-bit Turbo Core V2 Prozessor und die 567 kB OnBoard-Speicher ermöglichen schnelle Verarbeitung und Speicherung von Spiel-Profilen und selbst erstellten Makros. Diese werden dann direkt auf der Maus gespeichert, sodass man sie immer parat hat, auch wenn man nicht am heimischen Rechner sitzt. Das Konfigurationstool ROCCAT™ Talk® FX verfügt weiterhin über eine große Anzahl von Statistiken und Achievments, die während der Benutzung der Maus freigeschaltet werden können. So wird z.B. gemessen wieviel die Maus bewegt wird. Nach drei Tagen intensiver Nutzung brachte es mein Testgerät so auf über 500m effektiven Bewegungsweg.

Im Alltag ist eine solche Maus auch verdammt praktisch. So kann ich mir z.B. einfach ein Profil zum Arbeiten anlegen und beispielsweise Photoshop zu einem großen Teil mit der Maus bedienen. Ähnlich verhält es sich auch mit Entwicklungsumgebungen, wobei ich dabei eher gewillt bin, die Hände nicht von der Tastatur zu lösen.

Spieleverhalten

Um eine Gaming-Maus ordentlich zu beurteilen, muss sie in ihr eigentliches Terrain gelassen werden, erst da entfaltet sie ihren vollen Funktionsumfang und eröffnet mögliche Vor- und Nachteile. Für diesen Test habe ich auf drei der meistgespieltesten Genres von PC-Spielen konzentriert: Realtime Strategy (RTS) , Hack & Slay und Ego-Shooter. Im folgenden Abschnitt lest ihr, wie sich die Roccat Kone XTD in den einzelnen Kategorien geschlagen hat.

Starcraft II Heart Of The Swarm

Starcraft ist von jeher ein Spiel, das von Hotkeys lebt. Die Maus wird hier weniger zum Spammen, als für die Einheitenauswahl und deren Präzise Positionierung verwendet. Es bedurfte einiger DPI Anpassungen, bis ich mich mit der Maus wohlfühlte, dann Waren auch hier schnell ein paar ordentliche Matches möglich.

Diablo III Reaper Of Souls

Diablo III ist ein sehr klickintensives Spiel. Hierbei spielt die Ergonomie der Maus eine große Rolle. Ist die Maus nicht auf lange Zeit bequem, erweist sie sich schnell als ungeeignet. Durch ihre Größe kann die Roccat Kone XTD hier gut punkten. Auch nach 6 Stunden Riften und zahllosen Bountries liegt sie noch sehr gut in der Hand und lässt sich präzise bedienen.

Counterstrike Global Offensive

Egoshooter werden oft als Härtetest für eine Maus herangezogen. Für diesen Test habe ich mich für Counterstrike Global Offensive entschieden. Dieses Spiel bietet einen guten Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Präzision. Hierbei hatte ich die größten Startschwierigkeiten. Bei schnellen Zielen ist viel Gewohnheit und motorisches Gedächtnis entscheidend. Nach ein ca. 1h Übung, konnte ich das Duell gegen zwei befreundete Blogger – Coca und Thilo – gewinnen.

Preis Leistung & Fazit

Mit 87,00 € befindet sich die Roccat Kone XTD zweifelsohne im oberen Preissegment. Dafür bekommt erhält man ein absolutes Highendgerät, dass durch gute Verarbeitung, ergonomisches Design und einer Vielzahl von Funktionen aus der Masse heraussticht.  Die LED Streifen sind ein hübsches Feature, die verschiedenen Blinkoptionen meiner Meinung nach jedoch völlig überflüssig. Dennoch ist es schön, wenn ich die Beleuchtung der Maus, der Hintergrundbeleuchtung meiner Tastatur anpassen kann. Technisch kann ich absolut nicht finden, dass ich bemängeln könnte. Einzig die Treibersuite bleibt mir als Kritikpunkt. Diese ist schwerfällig und stürzt bei mir des Öfteren ab. In wie weit das an meinem PC liegt bleibt offen – nervig ist es allemal. Nachdem ich lange Zeit davon überzeugt war, keine bessere Maus als meine MX518 von Logitech zu finden, durfte ich mich von der Roccat Kone XTD eines Besseren belehren lassen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auf diese wechseln werde, sobald meine aktuelle Maus den Geist aufgibt. In diesem Sinne eine klare Kaufempfehlung.

Vielen Dank an notebooksbilliger.de für das Stellen des Testgeräts.

Rico Magnucki

Rico Magnucki

http://magnucki.de

21st Century Digital Boy und Blog-Gründer. Studiert naturwissenschaftliche Informatik in Bielefeld. Auf dem Blog ist er der Ansprechpartner für LaTeX, schreibt Tutorials, dreht die Videos für YouTube und durchforstet das Internetz nach spannenden Dingen.

  • Marko

    Ordentlich geschrieben, aber ein paar kleine Beanstandungen an deiner Recherche hab ich doch.

    Erstmal hat die DPI-Zahl gar nichts mit der Auflösung oder Genauigkeit der Maus zu tun, sondern nur mit der Geschwindigkeit, mit der der Mauszeiger bewegt wird. Die Kone XTD ist ohne Frage eine sehr präzise und genaue Maus, aber die viel beworbenen 8200 DPI sagen nur, dass man bei entsprechender Einstellung den Mauszeiger bei geringer Mausbewegung sehr weit und schnell bewegen wird. Wichtiger ist die Verarbeitungsqualität des Sensors – welche interessanterweise bei Lasermäusen niedriger ist als bei optischen.

    Laser ist nämlich bei weitem nicht so gut, wie man glaubt. Aber es ist werbewirksam. „Laser“ klingt nach professionell, nach moderner Technik, während „optisch“ dem gegenüber veraltet klingt. Also kaufen die Leute Lasermäuse, obwohl optische Mäuse den Lasermäusen in Genauigkeit und Präzision weit überlegen sind. Natürlich ist die Technik älter, aber deswegen ist sie auch ausgereifter. Der einzige Vorteil von Lasermäusen ist, dass sie oft auf leicht spiegelnden Oberflächen wie Glas oder lackiertem Holz verwendet werden können – undenkbar für Gamer. Wir benutzen Mauspads. Während Lasermäuse auf einem Mauspad mit feiner Oberfläche noch eine ganz ordentliche Figur machen, werden sie auf gröberen Pads, z.B. Razer Goliath, Genauigkeitsprobleme haben und lassen den Mauszeiger manchmal hin- und her-wackeln, wenn ein Staubkorn in einer der Stoffporen sitzt – das ist in Spielen, wo Präzision gefragt ist (z.B. Shooter), unverzeihlich, da man trotz genauer Bewegung ein Ziel verfehlen könnte.

    Die Kone XTD hat einen (für Lasermäuse) sehr genauen Sensor, wird aber von Roccat’s optischen Mäusen übertroffen.

    Meine persönliche Kaufempfehlung ist die Roccat Kone Pure Optical: http://www.roccat.org/Products/Gaming-Mice/ROCCAT-Kone-Pure-Optical/

    Die Pure Optical arbeitet mit einem sehr genauen optischen Sensor. Die Maus hat eine Taste weniger als die XTD – die Menütaste oberhalb des Mausrads fehlt – und auch das Mausrad kann man nicht nach links und rechts kippen (eine Funktion, die ich oft vermisse); dank EasyShift wird man allerdings auch in dieser Maus genügend Funktionen unterbringen können. Weiterhin fehlen die unnötigen (und teuren) Lightpipes, aber dafür kann man das Roccat-Logo auf der Maus in verschiedenen Farben leuchten lassen, was weniger auffällig und störend ist als bei der XTD. Weiterhin ist die Maus nach Angaben von Roccat etwa 9% kleiner als die XTD – dennoch ist die Pure Optical noch eine relativ große Maus und liegt auch gut in der Hand, denn die Form bleibt gleich. Die weiteren Funktionen sind gleich der XTD.

    Trotzdem ist die Kone XTD eine sehr solide Maus. Gäbe es sie mit einem optischen Sensor, wäre meine Geldbörse heute noch um 90€ ärmer, auch wenn ich die Lightpipes immer noch unnötig finde.

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